Gelesen: tatort – Das Lexikon
Datum: 21.11.2010 | Autor: Elke | Kategorien: Rezensionen, Trailer, Teaser & Geschmacksverstärker | Tags: Lexikon, Tatort | 2 Kommentare »Dann lass uns am Sonntag telefonieren, vor dem Tatort, ok? – Verabredungen am Sonntag richten sich nicht selten nach dem vielleicht prominentesten Termin des kollektiven Kalenders. Seit nunmehr 40 Jahren – seit Kommissar Trimmel am 29. November 1970 ein „Taxi nach Leipzig“ nahm – ist der >> Tatort fester Bestandteil bundesdeutscher Fernsehgeschichte und damit einer seriell angelegten Kollektiverzählung. Denn im Tatort geht es ja nicht nur um die Auflösung mehr oder weniger komplizierter Delikte, sondern gleichermaßen um die Darstellung und Deutung des Sozialen, das solche Verbrechen hervorbringt. Grund genug, die Serie mit einem Lexikon zu würdigen.
Doch leider stellt das Lexikon kein gelungenes Geburtstagsgeschenk dar. Die Fehler und Ungenauigkeiten, die das Lexikon aufweist, werden in der ausgezeichneten Besprechung auf >>tatort-Fundus detailliert aufgelistet. Ein Lexikon sollte ein verlässliches Nachschlagewerk sein – diese Erwartung wird hier offenkundig nicht eingelöst. Aus Sicht dieses Blogs enttäuscht indes vielmehr noch die uninspirierte Einleitung: Hier wäre der Ort gewesen wäre, die Serie in einen größeren Kontext – sei es der Sozialkritik, des Genres oder der Fernsehformate – zu stellen und diesen wenigstens ansatzweise zu beleuchten. Nach der Lektüre des Lexikons jedenfalls bleibt der Erfolg des Tatorts leider ein großes Sonntagsabendrätsel.
Rüdiger Dingemann: Tatort – Das Lexikon. Alle Fakten. Alle Fälle. Alle Kommissare. München 2010. 12 €.
Mich ruft sonntags zwischen 20:15 und 21:45 Uhr auch niemand an. Jedenfalls niemand, der mich kennt
Danke für die Rezension. Da gibt es jetzt ja einen ganzen Schwung Bücher über den Tatort zum 40sten. Im WE-Magazin standen auch Kommentare zu zwei Büchern von Dennis Gräf. Das eine wird als unverständlich kritisiert, das andere soll gut lesbar sein.
Danke für die Hinweise!